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Leif
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Verfasst: Sa 25. Mär 2023, 12:37 |
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Registriert: Fr 24. Jul 2009, 01:13 Beiträge: 1299
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Hector nickte ebenso automatisch wie Jura zuvor, als er ihren Erklärungen zuhörte. „Der Brunnen. Ich habe verstanden.“ Aus den Augenwinkeln sah Hector das Messer, welches Jura nach Isegrimm geworfen hatte und nahm es an sich. Dann rannte er los. In seiner Zeit hatte er immer wieder Parkour trainiert und der Magier hoffte, dass ihm diese Fähigkeit helfen würde, das Gasthaus schneller zu erreichen. Zeit. Plötzlich war sie gegen ihn und all seinen Fähigkeiten, seinen Gebeten und Drohungen zum Trotz ließ sich die Zeit weder überreden noch zwingen ihm zu helfen. Er wollte schneller rennen, sich beschleunigen, aber seine Kräfte versagten ihm diesen Vorteil. Zeit. Die Zeit war launisch und stoisch zugleich, rigide, unbestechlich und gleichzeitig flexibel und dehnbar. Jedoch nicht für Hector. Nicht im Moment, also rannte er einfach weiter. 
_________________ - Do not go gentle into that good night. Rage, rage against the dying of the light. -
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Verfasst: Sa 25. Mär 2023, 12:37 |
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Spielleiter
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Verfasst: So 26. Mär 2023, 19:23 |
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Registriert: So 21. Jun 2009, 20:25 Beiträge: 1291
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Der braunhaarige Mann aus der Zukunft rannte aus dem magischen Innenhof hinaus in eine Welt, die er kaum wiedererkannte. Überall waren Menschen auf den Straßen unterwegs. Furchterregte Gesichter besorgter Frauen, angstgeweitete Kinderaugen, das rege Schwatzen alter Tratschweiber am Straßenrand. Uniformierte Männer in mittleren Jahren marschierten im Gleichschritt über das Kopfsteinpflaster und stießen dabei all jene zur Seite, die sich nicht schnell genug an die Hauswände drücken konnten. Ihr Ziel schien eine jugendliche Menschenmasse zu sein, wie Hector an den Stimmen vermuten konnte, die einige Straßen weiter laute Lieder sang und Kampfesparolen ausstieß. Der Ekstatiker hörte ‚Nieder mit dem Kaiser!‘, ‚Tötet die Schweine, bevor sie entkommen!‘, ‚Stürzt den Antichrist in Rom!‘ während er sich durch das Gewühl kämpfte. Er stieß gegen Schaulustige und rannte in die Arme von amüsierten Passanten, die sich einen Spaß daraus machten ihn, der in die entgegengesetzte Richtung der Massen wollte, zu behindern. Doch Hector hatte zu lange und hart trainiert um sich jetzt in diesem entscheidenden Moment aufhalten zu lassen. Er wich aus, stieß sich beim Laufen mit den Füßen an der Hauswand ab um schneller um die Hausecken biegen zu können und übersprang Hecken und Mauern, um abzukürzen auch wenn ihm die ein oder andere Magd wütende Beschimpfungen hinterher schrie und einmal sogar ein rasender Haushund nach seinen Fersen schnappte. Desto weiter er sich vom Schlossberg entfernte, desto ruhiger wurden die Straßen Er erreichte den ‚Schwan‘, der noch genauso im Morgenlicht dastand wie Hector ihn vor rund zwei Stunden verlassen hatte. Nichts wies darauf hin, dass irgendetwas ungewöhnliches geschehen sein könnte. Er trat in den Schankraum in dem mehrere Gäste saßen und ihr spätes Frühstück oder ihr frühes Mittagsmahl verspeisten. Erleichtert konnte Hector Bram an einem der Tische ausmachen. Der junge Mann saß zwischen einer Familie mit zwei fast erwachsenen Kindern und mehreren Handwerksgesellen und unterhielt sich angeregt mit beiden Tischen. Offenbar war es ihm gelungen die Gäste der beiden Tische miteinander ins Gespräch zu bringen, denn einer der Söhne lachte laut bei einer Bemerkung des Gesellen. Hector erinnerte sich, dass es Bram durch seinen offenen und freundlichen Charakter stets leicht gefallen war Freundschaften zu knüpfen, auch wenn er den größten Teil seiner Zeit lieber zurückgezogen mit seinen engsten Freunden oder ihm, Hector, verbracht hatte.
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Leif
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Verfasst: Mo 27. Mär 2023, 19:24 |
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Registriert: Fr 24. Jul 2009, 01:13 Beiträge: 1299
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Hector rannte, sein Ziel fest vor Augen, während er Schritt für Schritt das Prag des 17. Jahrhunderts hinter sich ließ. Seine Sprünge und anderen Bewegungen schienen nicht mehr als Reflexe, während er sich, wie auf Autopilot gestellt, Meter und Meter an den Schwan vorkämpfte. Ob Hunde oder Menschen, er ließ alles hinter sich und aller Magie sei Dank, wurde er weder aufgehalten noch stolperte. Als er schließlich das Gasthaus erreichte, rechnete er zwar mit allem, aber das Bild, was er dann vorfand, war beinahe unwirklich. Bram ging es gut. Bram ging es gut! Er war noch rechtzeitig gekommen! Aber sie hatten trotzdem nicht viel Zeit. Schwitzend und beinahe völlig außer Atem ging Hector zum Tisch des jungen Magiers. Es kostete alle Willenskraft, die er aufbringen konnte, den blonden Mann vor sich nicht sofort zu umarmen. „Wir müssen los. Jetzt!“ Ohne auf die anderen Menschen am Tisch einzugehen, hoffte der Ekstatiker, dass Bram ihm, dank der Dringlichkeit seiner Worte und aufgrund seines äußeren Zustandes in ihr Zimmer folgen würde. Hector war erschöpft, abgekämpft, verstört und unsicher wie es weitergehen sollte, aber all das spielte im Moment keine Rolle. Bram war hier, gesund und er konnte ihn beschützen. Für einen kurzen, kostbaren Moment war all der Wahnsinn vergessen und alles, was Hector spüren konnte, war Freude und tiefste Dankbarkeit.
_________________ - Do not go gentle into that good night. Rage, rage against the dying of the light. -
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Spielleiter
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Verfasst: Di 28. Mär 2023, 19:29 |
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Registriert: So 21. Jun 2009, 20:25 Beiträge: 1291
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Hector konnte sehen, dass sich Brams Stirn für einen kurzen Augenblick in sorgenvolle Falten legte, dann erschien wieder ein freundlicher Ausdruck auf seinen Zügen als er sich an die Gäste der beiden Tische wandte. „Entschuldigt mich bitte. Mein Freund hier hat es ganz offensichtlich eilig. Wahrscheinlich will er das köstliche Frühstück des Wirts nicht verpassen. Recht hat er.“  Er erhob sich während seine vorherigen Gesprächspartner noch wohlwollend auf seine Bemerkung hin lachten und machte sich auf den Weg in die Kammer. Er beschleunigte kaum merklich seine Schritte und schloss die Tür hinter ihnen als sie ihr Zimmer erreicht hatten. Besorgt legte er eine Hand auf den verschwitzten Arm des Ekstatikers. „Hector? Was um alles in der Welt ist passiert?“
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