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Leif
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Verfasst: Fr 19. Jan 2018, 10:54 |
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Registriert: Fr 24. Jul 2009, 01:13 Beiträge: 1299
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Es war offensichtlich, dass der Kampf nicht so ausgegangen war wie sich der Angreifer den Ablauf vorgestellt hatte. Seine Kameraden waren entweder tot oder schwer verletzt und er selbst der Gnade nicht nur einer, sondern zweier Frauen ausgeliefert. Der Mann schaute sich um wie ein gehetztes Tier und schien sich dann seinem Schicksal widerwillig zu ergeben. „Was wollt ihr wissen? Ich bin bereit eure Fragen zu beantworten.“
_________________ - Do not go gentle into that good night. Rage, rage against the dying of the light. -
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Verfasst: Fr 19. Jan 2018, 10:54 |
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Alida
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Verfasst: Sa 20. Jan 2018, 21:16 |
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Registriert: Mi 17. Jun 2009, 20:52 Beiträge: 1343
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Sie reckte das Kinn nach vorne. „Na, was wollen wir wohl wissen? Alles über die Herrschaften, die euch geschickt haben… In wessen Diensten steht ihr? Ich rate dir: Lass dir nicht zu viel Zeit damit die richtigen Antworten zu finden, wenn du hier lebend heraus willst!“
_________________ Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag, an dem du die hundertprozentige Verantwortung für dein Tun übernimms. Dante Alighieri
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Alida
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Verfasst: Mi 24. Jan 2018, 21:38 |
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Registriert: Mi 17. Jun 2009, 20:52 Beiträge: 1343
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Der Mann sprach mit überraschend gefestigter Stimme. Er schien sich der neuen Situation inzwischen angepasst, oder einfach aufgegeben zu haben. „Wir wurden in Dover angeworben. Von einem Mann mit dunkler Kapuze. Die Bezahlung war so unverschämt gut, dass wir nicht weiter nachgefragt haben. Es hieß, wir sollen ein Frauenzimmer zu ihrem Mann zurückbringen. Sie würde nach Canterbury gehen und in der Kathedrale um Asyl bitten, aber sicherlich dumm genug sein sich sicher zu fühlen und die Mauern wieder zu verlassen.“ Der Kämpfer, der sich inzwischen als Söldner herausgestellt hatte, ließ einen immer noch zweifelnden Blick über Anatole und Lucita schweifen, die ihn und die seinen so einfach besiegt hatten. „Es hieß auch, dass besagtes Weib wahrscheinlich einen Leibwächter hat, nur nicht, dass es sich dabei um eine beschissene Furie handelte.“ Lucita hob warnend ihren Kopf und funkelte den Sprechenden mit einer Mischung aus simpler Genugtuung und bitterböser Abscheu an, sagte aber nichts. Der Söldner leckte sich nur über die Lippen und fuhr unbeirrt fort. „Übergeben hätten wir unseren Preis dann in London.“ Zum ersten Mal schien der Befragte Alida wirklich wahrzunehmen und ein höhnisches Lachen breitete sich auf seinen Lippen aus. „Ich vermute sicherlich richtig, dass ihr das besagte Weib seid.“ Das verächtliche Grinsen wurde breiter und eröffnete der Tzimisce einen Blick auf eine Reihe schiefer, gelber Zähne. „Ihr scheint euren guten Gatten ordentlich angepisst zu haben, Teuerste. Er scheint es sich einiges kosten zu lassen euch zurückzubekommen. Wenn ich euch so anschaue, habt ihr sicherlich ordentlich rumgehurt, richtig?“ Ein abgebrochenes, abschätziges Lachen folgte und man konnte sich nur über die Leichtsinnigkeit des Mannes wundern, seine mögliche Freilassung so sinnlos zu verspielen. Wahrscheinlich hatte er es eh schon aufgegeben mit dem Leben davonzukommen. Aus dem Hintergrund nährte sich nur einen Moment später Anatole und trat ein Stück zu Alida heran um ihr ins Ohr zu flüstern. „Das deckt sich genau mit den Dingen, die ich im Geist des anderen Mannes betrachtet habe, abgesehen davon, dass es dem Auftraggeber egal war, ob er seine ‚Frau‘ unversehrt zurückbekommt oder nicht.“ Ohne ein weiteres Wort verzog sich der Malkavianer wieder in den Hintergrund.  „Mehr Informationen habt ihr nicht erhalten? Auf dem Weg hierher müssen euch hunderte Frauen begegnet sein, die ihr hättet abliefern können. Allein die Zahl der täglichen Pilgerinnen. Allein in dieser Nacht laufen euch hier in dieser hochheiligen Kathedrale zwei über den Weg wobei doch eigentlich keine hier sein könnte, die einfach nur ihrem Mann entlaufen wäre, oder? Und ich bin, wie ihr seht, definitiv ohne Leibwächter hier.“ Sie lächelte maliziös. „So? Wo wolltet ihr den Vermummten denn in London treffen? Und wann?“ Der Söldner zeigte mit seinem Lederhandschuh auf einen der Männer, der tot am Boden lag: „Der dort, der zerstückelte Franzmann, kannte euer Gesicht aus Calais.“ Sein Grinsen wurde breiter, denn ihm wurde bewusst, dass er auf etwas gestoßen war, etwas dass ihn wirklich interessierte. „Schickt die beiden dort drüben weg.“ Er schaute auf Anatole und Lucita. „Wenn sie nicht eure Leibwächter sind, dann sind es Fremde. Ich sage euch alles was ich weiß, aber nur euch.“ Alidas Gesichtsausdruck war kalt. Der Mann hatte verloren. Es war nicht an ihm Forderungen zu stellen. Der Geist des Mannes war völlig unerwartet wie eine Festung. Die geistigen Kräften der Tzimisce brausten wie Wellen gegen eine Wand von der Dicke, die sie noch nie bei einem Sterblichen verspürt hatte. Nur mittels großer Willensanstrengung schaffte sie es schließlich durchzubrechen und chaotischen Gedanken des Mannes zu lesen. Sie spürte, dass er eine perverse Freude aus ihrer Unterhaltung mit ihr zog und der Söldner weder Mitgefühl, noch Trauer über den Tod der anderen Männer empfand. Er spielte in Gedanken mit ihr und schien ihr immer wieder Bilder zu zeigen. Türme und Kirchen, immer wieder mit einer verhüllten Gestalt im Vordergrund. Sie erkannte den immer geschäftigen Hafen von London, die Stadtmauern, die den Nordteil Londons umschlossen und die wohlhabende Vorstadt von Westminster mit ihrer beeindruckenden Kathedrale. Sie sah auch die Sümpfe von Lambeth, den Tower und das St. Mary Spital. Alida zuckte mit den Schultern. „Ihr langweilt mich. Ihr seid nicht bereit für euer Leben zu reden? Dann lasst es! Die Entscheidung stand euch frei!“ Sie sah zu Anatole und Lucita. „Er gehört euch, wenn ihr euch die Mühe machen wollt noch mehr aus ihm heraus zu bekommen. Treffen wir uns am vereinbarten Treffpunkt?“ Der Kampf war so kurz und brutal wie ihr Gegner unerwartet und zäh. Der letzte Söldner war ein Kainit, dessen Idee den Überraschungsmoment zu nutzen allerdings schnell von den vereinten Kräften Alidas, Anatoloes und Lucitas zurückgeschlagen wurde. Mit einem übernatürlichen Sprint verschwand der Angreifer aus ihrer Sichtweite. Beinahe herausfordernd hörte Alida eine inzwischen bekannt höhnende Stimme: "Folge mir wenn du dich traust!" Alida sah ihm wütend hinterher. Es machte keinen Sinn ihn zu verfolgen. Ihre Schläge waren präzise gewesen, perfekt platziert, schneller als die seinigen, und dennoch war es ihnen selbst mit drei gleichzeitigen Angreifern nicht gelungen ihn zu besiegen. Sie war nicht suizidal veranlagt. „Mistkerl.“ Lucitas Tonfall war wütend. Es schien sie wahrlich aufzuregen, dass der Mann entwischt war. Anatole ließ gerade wieder sein Schwert in der Scheide verschwinden, als er begann zu sprechen. „Wir sollten hier verschwinden. Das gefällt mir alles immer weniger und es besteht eigentlich keine Chance, dass niemand diesen Kampf gehört hat. Ich wundere mich ehrlich gesagt, dass noch keine Stadtwachen hier sind.“ Der Malkavianer blickte lange in die dunkle Gasse, in die ihr Gegner verschwunden war. „Für was es wert ist scheint es mir richtig, dass wir ihm nicht gefolgt sind. Das ganze klang nach einer Falle.“ Alida schüttelte ungläubig den Kopf. Es war ihr völlig unverständlich, dass es ihm trotz Klinge an der Kehle gelungen war im Kampf gegen drei gestandene Kainiten zu entkommen. „Was immer er uns erzählt hat, es waren lustige Lügenmärchen. Wir sollten hier weg, da habt ihr recht. Aber da es sich um einen Kainiten handelt, sind wir auch im Elysium nicht sicher. Wir sollten einen alternativen Unterschlupf finden und ich muss meinen Verwandten, der mit mir reist, warnen.“ Ihre Begleiter schauten sich kurz an und nickten. Lucita begann mit ihrer samtenen Stimme zu sprechen, während sie begann einen Weg in Richtung Stadtmauer einzuschlagen. „Ich warne euren Verwandten im Treffpunkt. Ich bin schnell und kann schnell und ungesehen dort hingelangen.“ Eine gewisse Neugierde, sowie Respekt waren nach dem letzten Kampf in den Augen der Lasombra zu lesen. Sie lächelte sogar ein wenig. „Soll ich euren Leuten etwas Bestimmtes ausrichten?“ Alida sog lang die Luft ein. „Wenn das Elysium keine Alternative mehr ist, gibt es dann einen Ort, der besser geeignet wäre?“ "Ich würde vorschlagen, dass eure Sterblichen Begleiter sich schon auf den Weg nach London machen und alle anderen in unserer Zuflucht den Tag verbringen. Es ist kein Palast, aber es wird seinen Zweck erfüllen. Im Grunde glaube ich aber kaum, dass dieser Vampir, wer immer er war heute oder morgen zu Großtaten in der Lage ist. Schon gar nicht dazu ein ganzes Elysium anzugreifen. Er ist vielleicht nicht gefallen, aber er musste trotzdem ordentlich einstecken." Die Frau aus Flandern knirschte mit den Zähnen. „Er wird Verbündete haben… Es wäre mir nicht recht meine sterblichen verbündeten schon nach London vorreisen zu lassen. Wenn jemand weiß, dass wir hier sind, sind sie auch in Gefahr und das bin ich nicht bereit zu riskieren. Außerdem mag es Vorteile haben jemanden bei sich zu haben, der bei Tag agieren kann.“ Sie sah zu Lucita, dann Anatole. „Wäret ihr bereit, einen Toreador ebenfalls bei euch zu beherbergen?“ Beide Kainiten nickten nur als Zeichen ihrer Zustimmung. Anatoles Stimme war sanft und freundlich, wie die eines besorgten Priesters und hatte trotzdem etwas sehr Jugendliches. Wie ein Kind, dass immer wieder neue Wunder in seiner Welt entdeckt. „Dann machen wir uns auf den Weg. Es schadet bestimmt nicht, trotzdem ein wenig Vorsicht walten zu lassen.“ Es war wieder eine trügerische Ruhe eingekehrt und Alida dachte noch immer darüber nach, was sich gerade ereignet hatte bis es ganz plötzlich ‚Klick‘ machte und sich die Puzzleteile zusammenfügten. Der Angriff war in der Tat ein Falle gewesen. Canterbury war ein Stadt in der die Stille des Blutes eine wichtige Rolle spielte und irgendetwas sagte ihr, dass dieser Kampf dazu dienen sollte sie zum Brechen dieser zu verführen. Das bedeutete, dass irgendjemand in dieser Domäne tatsächlich mit ihrem Angreifer unter einer Decke steckte, wahrscheinlich Geißel oder Sheriff, die nach dem entsprechenden Verbrechen Schritte gegen sie hätte einleiten können. Es war nicht klar, ob jemand wirklich ihren Tod wollte, aber zumindest wollte man sie davon abhalten London zu erreichen. Alida teilte ihre Bedenken den beiden anderen Kainiten mit. Dann folgte sie ihnen mit entsprechender Vorsicht. Sie hatte in dieser Nacht genug von Intrigen und Verrat. Lucita ging in eine dunkle Ecke und ganz plötzlich verschwand sie in einem Riss aus purer Dunkelheit, nachdem sie sich sicher waren gänzlich allein zu sein. Anatole führte Alida weiter an der Stadtmauer entlang bis sie an einem einsamen Gitter ankamen, das der Malkavianer mit einem großen Eisenschlüssel aufschloss. Es ging also in die Katakomben, oder besser gesagt die Kanalisation. Anatole schmunzelte leicht und schaute beinahe entschuldigend zu Alida. "Als Lucita meinte, dass es kein Palast ist...naja da hat sie stark untertrieben." „Wer braucht schon Paläste. Ein dunkles Fleckchen bei Tag reicht uns doch völlig, oder?“ Sie schmunzelte. „Und Lucita scheint ein besonderer Freund der Schatten zu sein.“
_________________ Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag, an dem du die hundertprozentige Verantwortung für dein Tun übernimms. Dante Alighieri
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Alida
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Verfasst: So 28. Jan 2018, 20:38 |
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Registriert: Mi 17. Jun 2009, 20:52 Beiträge: 1343
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„Folgt einfach meiner Stimme.“ Anatole stieg in die Dunkelheit der Kanalisation herab und legte seine Hände an die Wand, anscheinend um den Weg zu finden. Der Malkavianer begann leise das Vaterunser zu beten, aber Alida konnte so auch ohne die geschärfte Sinne des Auspex den Weg finden. Es roch schlecht in den engen Gängen, nach menschlichen Exkrementen, abgestandenem Wasser und Erde. Sie kamen nur langsam voran und Alida bemerkte wie sich ihre Schuhe immer mehr von den Abflüssen aufsogen. „Jetzt biegen wir gleich scharf nach rechts ab.“ Ihr Führer hatte sein Gebet beendet und Alida sah zum ersten Mal wieder eine kleine Lampe am Ende des neuen Ganges, der ihren Weg zumindest etwas erhellte. Schließlich nahm Anatole das Licht und bat Alida in den nächsten Gang einzutreten. „Bitte. Hier ist unsere Zuflucht.“ Ein kleiner Raum mit bemalten Wänden erwartete Alida, der wohl etwas höher lag und deshalb ohne Abwässer auskam. Die Wände waren bemalt und auch wenn die meisten Bilder lange verblichen, oder abgeblättert waren, sah man doch noch immer hier und da die Bilder von Heiligen und Propheten. Es war eine winzige Kapelle, eine, die wohl noch zu Zeiten der alten Römer hier aus dem Stein geschlagen worden, wahrscheinlich während der Christenverfolgungen. An den Seitenflügeln waren Einbuchtungen aus dem Stein geschlagen, die wohl einmal als Grabstädten für wichtige Kleriker und Geistliche gedient haben mussten. Wahrscheinlich hatte man die Gebeine irgendwann in die Kirchen an der Oberfläche geschafft und diese alten Hallen tief unter der Erde dem Vergessen anheimfallen lassen. Anatole stellte die Laterne auf den Altar, der nicht mehr als ein einfacher Steinblock war und schaute nach der Tzimisce, die ihm gefolgt war. „Ich mag alte römische Städte. Die sind immer für eine Überraschung gut, oder eine sichere Zuflucht. In seltenen Fällen sogar beides zur gleichen Zeit.“ Der blonde Mann lächelte selig, bekreuzigte sich und begann Waffen und Schild abzulegen.  Alida bewunderte die alten Relikte und nickte, ein wenig abgelenkt durch die sakralen Zeichnungen an den Wänden. Ihre Waffen behielt sie vorerst bei sich. Sie sah sich erneut um, dann zu Anatole. „Mögt ich mir den Gefallen tun und von euch berichten? Wer seid ihr?“ Der blonde Mann schaute Alida mit einer neuen Neugier in seinem Blick an und fragte schließlich. „Was wollt ihr denn wissen?“ Er grinste und sein Tonfall nahm etwas scherzhaftes an. „Meine Freundin Lucita sagt immer es ist ist gefährlich, wenn ein Malkavianer einfach ohne Sinn und Ziel zu reden beginnt.“ „Wohl nicht gefährlicher als bei jedem anderen Sterblichen oder Unsterblichen sonst auch, schätze ich mal“, entgegnete sie. „Alles, was ich von euch weiß ist, dass ihr ein Kind des Mondes seid, ihr ein Verbündeter von Charlotte zu sein scheint und mit einer Lasombra reist.“ Sie sah ihn nachdenklich an. „Woher kommt ihr? Was führt euch nach England?“ „Was so viele von uns nach England in diesen Nächten führt, der Sol Invictus.“ Der Malkavianer setzte sich in einen der steinernen Alkoven und schien zu überlegen. „Abgesehen davon bin ich in Pilger. Zusammen mit Lucita habe ich Frankreich bereist, Deutschland und die Lande der Tzimisce im Osten und jetzt ist es eben England. Die Welt ist groß, eindrucksvoll und es gibt noch immer so viel zu entdecken.“ Er zuckte mit den Schultern. "Aber viel interessanter seid ihr. Immerhin wird nicht jeder Reisende in den heutigen Nächten von abgebrühten Söldnern und vampirischen Attentätern verfolgt..." Er lächelte aufmunternd. "Aber wenigstens habt ihr eure Verbündeten jetzt gefunden. Vielleicht zählt das ja für irgendetwas." „Wenn ihr ein Pilger seid, was ist dann das Ziel eurer Reise? Wonach sucht ihr?“ "Gott natürlich." Er hob beide Arme als würde er jemanden umarmen wollen. "Und die Antwort nach der Frage welchen Plan ich in Gottes Kreation zu spielen habe." Sie schmunzelte. „Und? ZU welchem Schluss seid ihr, soweit euch euer Weg geführt hat, bisher gekommen?“ "Dass Gott mit unserer Art noch nicht fertig ist. Der Fluch, der den ersten Mörder zum ersten Vampir gemacht hat, mag lang, lang her sein, aber trotzdem hat Gott Kain und seine Kinder nicht vergessen. Er wacht und beobachtet und irgendwann wird er uns richten. Ich habe es gesehen." Sie blickte nachdenklich zu dem Malkavianer und setzte sich auf einen der kalten Steine. „Was denkt ihr? Wenn Gott in seiner grenzenlosen Allmacht Adam und Eva, Kain und Abel erschuf, dann wusste er doch, welche Taten Kain begehen würde… Wie mag er zu guter letzt ein Geschöpf richten, das er selbst so geschaffen hat, wie es ist, dem er selbst sein Schicksal in die Wiege gelegt hat?“ Sie schüttelte den Kopf. „Ihr braucht mir nicht zu antworten… Verzeiht. Die Frage mag eher sentimentaler Natur sein… Mögt ihr mir stattdessen vielleicht beantworten, warum der Sol invictus euer Ziel ist?“ Anatole schüttelte nur sanft mit dem Kopf. „Ich glaube, dass Gottes größtes Geschenk an seine Kinder noch immer der freie Wille und seine Entscheidung trotz seiner Allmacht nicht in diesen einzugreifen. Die Möglichkeit Gutes wie Böses zu tun bedeutet nämlich auch aktiv Teil von Gottes Schöpfung sein zu dürfen. Gott richtet uns nicht dafür was wir sind, sondern wie wir mit unserem Schicksal umgehen. Es ist eine Prüfung.“ Der Malkavianer erhob sich von seiner Sitzgelegenheit und kramte in seinen Taschen. Er holte eine tönerne Maske hervor, die mit einer Sonne und einem Mond bemalt war. Er hielt sie sich vor das Gesicht und begann mit sich selbst zu tanzen. Mehrere Runden drehte das Kind des Mondes in der kleinen Kapelle bevor es wieder sprach. „Der Sol Invictus soll lustig sein. Die größte Feierlichkeit der Baronien von Avalon und eine einzigartige Gelegenheit Mithras selbst zu Gesicht zu bekommen. Ich bin einfach neugierig.“ Er legte die Maske ab und verstaute sie wieder vorsichtig in seinen Habseligkeiten. 
_________________ Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag, an dem du die hundertprozentige Verantwortung für dein Tun übernimms. Dante Alighieri
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Alida
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Verfasst: Mo 29. Jan 2018, 15:56 |
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Registriert: Mi 17. Jun 2009, 20:52 Beiträge: 1343
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Alida betrachtete fasziniert das seltsame Schauspiel, das sich ihr bot als der jungaussehende Mann durch die dunklen Katakomben tanzte. Wenn einer ein Recht darauf hatte zu tun wonach ihm der Sinn war, dann wohl ein Kind des Mondes. Als er geendet hatte, sah sie ihn an. „Ich würde wohl von mir alleine aus nicht wagen zu einem solchen Fest zu erscheinen. Mich würde wohl der Mut verlassen im Angesicht so vieler mächtiger Kainiten. Ich bin eigentlich auf dem Weg dorthin um zu verhindern, dass sich der ganze Clan in England zusammen schließt um eine Invasion unsres geliebten Flanderns zeitnah vorzunehmen.“
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Leif
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Verfasst: Fr 2. Feb 2018, 09:38 |
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Registriert: Fr 24. Jul 2009, 01:13 Beiträge: 1299
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Anatole hielt in seinen Bewegungen inne und lauschte den Ausführungen von Alida aufmerksam. „Wir haben von den Ereignissen in Flandern gehört, aber ich bin kein Politiker. Wenn ihr wollt könnt ihr aber mit Lucita sprechen. Sie kennt sich in Diplomatie und Staatskunde sehr viel besser aus als ich.“ Etwas das wie eine Mischung aus Sorge und Interesse aussah, erschien in der Mimik des Malkavianers. „Seid nur vorsichtig, dass ihr die Engländer nicht noch auf dumme Ideen bringt, indem ihr den Baronen von Avalon mehr Macht zugesteht als sie eigentlich haben.“ Er lächelte schwach. „Die Ventrue Britanniens geben sich gerne kultiviert, fortschrittlich und nobel, aber sobald sie Schwäche spüren stürzen sie sich auf ihre Opfer wie ein Adler auf Beute. Wisst ihr schon wie ihr eure Mission erfolgreich durchführen wollt?“
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Alida
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Verfasst: Sa 3. Feb 2018, 17:12 |
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Registriert: Mi 17. Jun 2009, 20:52 Beiträge: 1343
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Sie schüttelte den Kopf. „Ich habe wenig Ahnung davon, mit wem ich mich überhaupt einlassen werde. Ich hab ein paar Namen von potentiellen Verbündeten und Kontrahenten genannt bekommen, aber das hilft nicht viel weiter. Flandern hat eines mehr zu bieten als andere Länder oder Fürstentümer: Reichtum. Wir geben gute Verbündete ab und Handelsbeziehungen mit uns sind wohl mehr als lohnend. Ein Krieg, der uns ins Vasallentum stürzt, würde unseren Einfluss in der Welt der Sterblichen mehr als schmälern und ich gehe davon aus, dass diese Lücke auch von ambitionierten Engländern nicht so schnell und erfolgsversprechend wie von den Alteingesessenen eingenommen werden kann. … Zumindest hoffe ich darauf.“ Ihre Stimme wurde leiser.
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Leif
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Verfasst: Sa 3. Feb 2018, 18:02 |
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Registriert: Fr 24. Jul 2009, 01:13 Beiträge: 1299
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Ein wissender Gesichtsausdruck erschien plötzlich auf Anatoles jugendhaften Zügen. "Ich glaube ich weiß langsam warum Charlotte und treffen wollte, oder zumindest mich." Der Malkavianer ging in dem Raum umher um ein paar Kerzen anzuzünden, die einen besseren Blick auf die alten Wandmalereien zuließ. Die verblichenen Heiligen wirkten wie geisterhafte Wächter in der kleinen Kapelle. Anatole sprach offen. "Ich kenne die Baroness Seren sehr gut. Sie ist eine meiner Clansschwestern und genießt bei Mithras trotz ihrem Status als niederer Clan erhebliches Ansehen, sehr viel mehr als es den meisten Mitgliedern der Hohen lieb ist. Es würde zu dem alten Silberfuchs passen den Gefallen den ich ihr schulde auf diese Art einzufordern. Eure flandrische Heimat ist auch ihr sehr wichtig." Anatole wandte sich wieder an die Tzimisce. "Wenn ihr wünscht helfe ich euch. Die Baroness von Gloucester könnte eine wertvolle Verbündete und Stimme in Mithras Rat für euch sein. Eine Warnung jedoch." Der blonde Mann war plötzlich todernst. "Die Baroness Seren hat eine besondere Gabe dafür Lügen und Täuschungen zu durchschauen. Wenn sie auch nur den leisesten Zweifel an euch oder eurer Geschichte hegen sollte, oder sie herausfindet dass ihr sie betrügen wollt...nun dann macht euch auf ihren Zorn gefasst. Einen Zorn den euer Geist wohl nicht intakt überstehen würde." 
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Alida
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Verfasst: Do 8. Feb 2018, 10:32 |
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Registriert: Mi 17. Jun 2009, 20:52 Beiträge: 1343
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Ihre bei der Warnung wachsam verengten Augenbrauen hoben sich wieder. „Danke für euren Rat. Ich bin eigentlich nicht für meine großartigen Intrigen und Lügenkonstrukte bekannt. Meine Familie steht in der Regel zu ihrem Wort und ich auch.“ Sie lächelte. „Ich wäre froh, wenn ihr bei eurer Clansschwester ein gutes Wort einlegen würdet, aber ich weiß nicht, ob dies tatsächlich das ist, was Charlotte von euch gewünscht hat. Oder ob ihr tatsächlich derjenige seid, den ich treffen sollte...“, fügte sie leise hinzu. „Das alles ist so vage...“ Sie sah zu Anatole. „Habt ihr eine Ahnung wer der Mann in der Kathedrale war, der entkommen ist? Und habt ihr vielleicht einen Verdacht, warum er sich zuerst von euch hat besiegen lassen um dann fast mit links gegen drei kainitische Feinde zu bestehen und zu fliehen?“
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Leif
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Verfasst: Do 8. Feb 2018, 12:42 |
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Registriert: Fr 24. Jul 2009, 01:13 Beiträge: 1299
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"Baroness Seren weiß eine solche Haltung zu schätzen. Soviel zumindest kann ich euch versprechen." Er nickte und wechselte das Thema. „Charlotte Erembald hat mir in Paris vor noch nicht allzu langer Zeit einen Dienst erwiesen. Ich schuldete ihr einen Gefallen und sie bat mich im Gegenzug mit ihr zum Sol Invictus nach London zu reisen. Warum genau war bis jetzt nicht klar, aber nun gewinnt das Bild an Konturen und Farben. Ihr hättet erwähnen sollen, dass ihr mit Charlotte reist. Das hätte uns vielleicht ein wenig Verwirrung erspart, auch wenn ich froh bin das es nicht so war.“ Er lächelte breit. „Verwirrungen zu beseitigen bringt nicht nur Ergebnisse sondern auf dem Weg dorthin auch Erkenntnisse und mir gelang es so euch ein wenig besser kennen zulernen Drache Alida.“ Noch während der Malkavianer sprach, war ein Klopfen in den fernen Gängen ein unnatürliches Klopfen zu hören. Metall auf Stein, dreimal lang und einmal kurz. Anatole unterbrach ihr Gespräch sofort um zu lauschen während seine Gesichtszüge entspannt blieben. „Das ist Lucita zusammen mit eurem Verwandten.“ Er fand schließlich zu ihrem eigentlichen Thema zurück. „Der Angreifer von vorhin war hinter euch her Alida van de Burse. Lucita und ich waren nur zur falschen Zeit am falschen Ort wie man so schön sagt. Er wollte euch austricksen und schwach erscheinen, um euch in einem günstigen Moment aus dem Weg zu räumen. Ich glaube aber, dass er nicht mit so viel Gegenwehr und Kampfesmut von eurer Seite gerechnet hat.“ Anerkennung und auch ein wenig Überraschung schwangen in dem weichen Französisch des Malkavianers mit. „Irgendwer hat keinerlei Interesse daran, dass ihr euer Ziel erreicht, oder euren Auftrag im London ausführt und genau diese Person gilt es zu finden. Sagt was ist mit Charlotte geschehen? Wann wird sie zu uns stoßen?“
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