Brunhild nickte nachdenklich. „Der Plan klingt gut und ist wahrscheinlich das sinnvollste, was wir im Moment zustande bringen. Ein Problem sehe ich jedoch dabei: Erik hat beschrieben, dass er den Dämon über einen Kuss von dieser bösartigen Edeldame, dieser Jonarta, oder wie auch immer sie hieß, erhielt. Dadurch ging der Schatten auf ihn über. Glaubst du ein Schild mag dich noch zu schützen, wenn der Dämon bereits in dir ist?“
Leif antwortete mit einem Nicken. "Das werden wir sehen. Ich würde gerne versuchen mit dem Schatten zu reden, ihm einen Handel vorschlagen wenn du so willst. Immerhin will der Dämon überleben. Bis jetzt wollte er schon mehrfach die Kontrolle über einen von uns übernehmen. Ich weiß nicht ob der Kuss eine zwingende Komponente bei dem ganzen war oder den Prozess nur vereinfacht hat. Darüber hinaus will ich das Ding ja auch nicht wirklich in mir haben..."
Brunhild sah Richtung Treppe. „Ich könnte mir vorstellen, dass es gut wäre mit Erik darüber zu reden. Ich hoffe, es geht ihm gut und die Kerzen halten den Dämon in Schacht.“ Sie sah besorgt aus. „Wenn es wirklich eine Möglichkeit gibt, dann bringt ein Gespräch mit ihm uns sicher weiter.“
Der Nordmann konnte Brunhild nur zustimmen. "Es macht sicherlich Sinn mit ihm zu reden. So oder so würde ich auch gerne sehen wie es ihm geht. Ich will nicht riskieren das wir uns mit den Mächten von Helheim anlegen, nur um den für den wir es getan haben am Ende an ein Fieber zu verlieren:" Leif klang besorgt und ernst, folgte seiner verwandten aber mit stetem Schritt.
Ein Schatten legte sich bei Leifs Befürchtung auf Brunhilds Gesicht und sie presste die Lippen aufeinander. Leif hatte das Innere der Hütte, das Erdgeschoß, erreicht. Lucien war es gelungen den Wohnbereich einladend zu gestalten und offensichtlich, wie man an den Büchern erkennen konnte, musste sich auch Gretlin eingebracht haben.

Brunhild hielt ihm die Eingangstür auf. Ganz offensichtlich hatte sie das Schloss mit Gewalt aufbrechen müssen. Sie zuckte mit den Schultern. „Ich mach Lucien ein Neues, ein Besseres. Eins, das niemand, nicht mal ich aufbekomme. Dann nimmt er es mir vielleicht nicht krumm, dass ich in sein Allerheiligstes einbrechen musste.“ Dann machten sie sich auf den Weg.
Leif schaute sich mit zusammengekniffenen Augen um und dachte sich seinen Teil bezüglich Gretlins Wiedereinzug bei dem Gangrel, der so überhaupt keinen Sinn zu machen schien und schüttelte nur den Kopf. "Tu das Brunhild. Die Hütte ist abgelegen, ein gutes Schloss ist wichtig und gut." Dann folgte er ihr weiter.
Den Weg zurück in die Stadt konnten beide in ungefähr einer halben Stunde zurück legen und durch die Straßen der Stadt gelangten sie ebenfalls ohne Verzögerung. Ein heftiger Wind zog auf und schickte dunkle Wolken vor den hellen Vollmond. Die Temperatur, anfangs noch angenehm für den April Abend kühlte sich rasch ab. Brunhild ging einen Schritt schneller. Die Schmiede lag unberührt wie eh und je am Ende der kleinen Straße und vermittelte den Eindruck von Behaglichkeit und Wärme. Im Erdgeschoss brannte Licht in einem der Zimmer. Ansonsten waren die Zimmer anscheined unbeleuchtet.

Leif war auf dem Weg zurück in die Stadt schweigsam. Seine Gedanken flogen wild umher, vor allem um den Plan und den Schatten aber auch seine Entdeckung das Gretlin wieder bei Lucien eingezogen war. Er verstand ein solches Verhalten nicht. Logik und Bücher. Das ich nicht lache dachte er sich, denn diese Entscheidung des Mädchens war alles, nur nicht logisch und was Lucien sich dabei gedacht hatte wussten wohl nur die Götter selbst. Leif atmete einmal tief ein. Er musste seine Gedanken neu ordnen, denn er hatte keine Zeit an solche Randerscheinung Zeit zu verschwenden. Es gab im Moment dringendere Dinge die nach seiner Aufmerksamkeit verlangten. Einen positiven Nebeneffekt hatte das ganze dann aber doch. Er fühlte sich ob der Rüchgratlosigkeit von Gretlin sehr viel weniger schlecht bezüglich all der Dinge die sie ihm damals in der blutigen Jungfrau an den Kopf geschmissen hatte, denn wir alle treffen unsere Entscheidungen eben offensichtlich doch danach was wir für richtig halten.
Brunhild begab sich direkt in das Zimmer von Karl. Sie wusste, Erik musste dort sein. Sie öffnetet die Eichenholztür und sofort trat sie einen Schritt zurück, geblendet von der plötzlichen Helligkeit von hunderten von gelben Bienenwachskerzen. Kein einziges Möbelstück war mehr darin. Stattdessen leuchtete der Boden weißlich. Thyra, Karl und vielleicht auch Erik, falls er in der Lage dazu gewesen war, mussten wohl eimerweise den Sand des kleinen Trainingsplatzes vom Hinterhof hierhergetragen haben, denn der ganze Boden war mit dem weißen Gebröckel bedeckt, so dass eine verlöschende Kerze kein Feuer entzünden mochte. Nichtsdestotrotz waren bereits die meisten der Kerzen herniedergebrannt und einige waren just in dem Moment am Erlöschen und ihr Wachs bildete gelbliche, süßlich duftende Pfützen auf dem hellen Sand.

Leif bemerkte, dass das Kerzenlicht zwar intensiv war, aber dennoch seltsam gedämmt erschien, als würde sich ein Schatten darauflegen. In der Mitte des Zimmers auf dem Fußboden saß Erik im Schneidersitz. Er hielt einen Wetzstein in der Rechten und bearbeitete seine lange Klinge. Ein kurzes Lächeln huschte über sein Gesicht als er Brunhild erblickte. „Mutter...“ Dann erkannte er den Mann, der hinter ihr zu erblicken war. Er nickte kaum merklich in dessen Richtung und verengte die Augen nachdenklich.
Leif nickte Erik zu und suchte das Wort. "Ich bin froh das es dir gut geht." Er hielt ein wenig Abstand zu den Flammen. "Ich will nicht lange drumherum reden. Wir müssen diesen Schatten bekämpfen." Seine Aufmerksamkeit suchte Erik, dessen nachdenklichenn Blick ignorierend. "Was kannst du uns über den Schemen sagen? Wie können wir ihn loswerden?"
Brunhild gab Leif ein Zeichen zu warten. Sie sah sich im Raum um und sah besorgt aus.

Draußen ließ der Sturm die Fensterläden gegen die Hauswand schlagen. Sie sah Erik fest an, dann erneut in das Zimmer und die herabgebrannten Kerzen. „Erik? Wo sind Thyra und Karl?“ Der blonde junge Mann steckte den Schleifstein in eine Tasche, schob das Schwert in die lederumwickelte Scheide, erhob sich jedoch nicht, sondern blieb in dem dunklen Kreis in der Mitte des Kerzenscheins sitzen. „Sie wollte zum Kerzenzieher Nachschub besorgen. Ich weiß nicht, warum sie dafür so lange brauchen.“ Er sah nach draußen und schluckte kurz. Dann schweifte sein Blick über die herabgebrannten Wachsklumpen. „Ich schätze mal, die restlichen Kerzen werden noch eine halbe Stunde brennen…“ Die blonde Frau schüttelte den Kopf, sah Leif an. „Ich werde zum Kerzenzieher gehen und nachschauen, was los ist. Bleib du hier! Einverstanden?“ Ihr Blick enthielt noch eine andere Bitte. ‚Pass auf Erik auf!‘ aber diese Worte sprach sie nicht aus.
Leif nickte Brunhild nur zu und bestätigte damit auch ihrer unausgesprochene Bitte. Es war ihm noch nicht einmal aufgefallen, dass Karl und Thyra nicht anwesend waren und auch er bagann sich Sorgen zu machen. "Ja geh Sie suchen. Wir werden sie brauchen, wenn wir all das hier zu einem guten Ende bringen wollen." Leif wusste worauf das kommende Gespräch hinauslaufen würde, aber es war wohl gut dieses ehr früher als später zu haben. Sobald Brunhild den Raum verlassen hätte würde er Eriks Blick suchen. Er hatte das Bedürfnis zu reden, also sollte er auch beginnen.

Erik schwieg, sah ihn lang und intensiv an. Er zog die Knie an den Körper und legte die Arme darum. Offensichtlich schien er darauf zu warten, dass sein Gegenüber etwas sagen würde.
Das Spiel konnte er auch spielen, dachte sich Leif und starrte den jungen blonden Mann vor ihm ebenfalls an.
Erik schluckte, wartete jedoch weiter ab. Ein Donnergrollen ließ ihn kurz zusammenzucken. Er schloss die Augen für einige Sekunden, in Gedanken wohl hin und hergerissen zwischen Brunhild und wie es ihr und seiner Schwester wohl gerade ging und dem, was er mit dem Mann ihm gegenüber zu besprechen hatte. Das Gespräch schien wohl keiner der beiden wirklich führen zu wollen. Schließlich zog er sein Schwert hervor, das im Licht der Kerzen schimmerte und fuhr, um die Schärfe der Klinge zu überprüfen, vorsichtig mit der Fingerspitze über die Schneide. Leif sah kurz das Rot von Blut aufblitzen, dann steckte sich Erik den Finger in den Mund. Wieder wandte sich sein nachdenklicher Blick dem Salubri zu. Ein schmales Grinsen erschien auf seinen Lippen. “Wir hatten wohl keinen sehr guten Start, würd‘ ich mal sagen, und ich spür eure imposante Rechte von gestern noch immer auf meinem Gesicht…“ Das Lächeln verschwand langsam und hinterließ eine Mischung aus Interesse und Misstrauen „Wollt ihr mir eine Frage beantworten, ‚Freddie?‘?“ Die Erwähnung des Namens klang wie eine Frage, die man eigentlich nicht stellen musste. „Wer seid ihr wirklich?“
"Den hatten wir in der Tat nicht und ich muss mich bei dir entschuldigen. Ich hatte kein Recht dich zu schlagen und noch weniger dich einen dummen Jungen zu nennen, denn du bist offensichtlich weit entfernt davon ein solcher zu sein. Ich habe starke Männer, gestandene Frauen und besungene Helden gesehen die in deiner Situation weniger Mut und insbesondere gesunden Menschenverstand bewiesen hätten. Also bitte verzeih mir, ebenso meinen fehlenden Respekt, aber ich kenne die Gefahren aus Hels Reich und bin mehr als nur besorgt bezüglich allem was noch kommen mag und da habe ich die Beherrschung verloren. Ich weiß es hätte nicht passieren dürfen." Leif überlegte wie er ihm am Besten antworten sollte. "Aber um auf deine Frage zurückzukommen. Ich weiß nicht was oder wieviel du dir bereits selber zusammengereimt hast, aber die Frage ist leider nicht so einfach zu beantworten wie du vielleicht denkst." Er Lächeln umspielte seine Lippen. "Aber ich weiß glaube ich worauf du hinaus willst. Du hast sicher eine Vermutung wer ich bin, aber lass mich deine Frage trotzdem umformulieren. Was denkst du wer ich wirklich bin? Das hilft mir dir wahrheitsgemäß zu antworten, denn ich habe kein Bedürfnis dich zu belügen." Das Lächeln war inzwischen verschwunden und Vorsicht schlich sich in Leif’s Züge.
Erik stieß mit dem Finger an die Klinge und ließ das Metall federn, so dass es sang. Er nickte und schob das Schwert wieder in die lederumwickelte Scheide zurück. „Eine gute Waffe für den Kampf. Von Brunhild geschmiedet. Seit ich sie besitze, hat sie mir gute Dienste geleistet. Einige meiner Familie haben es nicht gern gesehen, dass ich ein Geschenk von ihr angenommen habe, sei es auch noch so kostbar.“ Er fuhr sich kurz über die trockenen Lippen. „Ihr seid der beste Freund meiner Mutter heißt es… ihr kennt sie gut genug und ich vermute, sie hat euch einiges über Thyra und mich erzählt… Und ich denke, ihr wisst, dass ich so wie Brunhild mehr erkenne oder spüre als für das bloße Auge sichtbar ist, nicht wahr?“ Er sah dem Salubri lang in die grauen Augen, dann stellte er schlicht fest. „Ihr fühlt euch nicht wohl in dieser… in eurer Haut…“ Er sah dem Salubri lang in die grauen Augen. „Ihr fühlt euch nicht wohl in eurer Haut…“
Leif schüttelte nur leicht den Kopf. "Nein das tue ich in der Tat nicht und es wundert mich nicht, dass dir das auffällt, denn mir war von Anfang an klar das du deiner Mutter sehr ähnlich bist. Das ist übrigens auch der Grund ist wieso ich es vorgezogen habe vorsichtig zu sein."
Erik lehnte sich zurück. „Ihr seid gradlinig und direkt, ein formidabler Kämpfer und ihr wisst im Gegensatz zu den meisten haargenau über das Ausmaß eurer Fähigkeiten. In unserer Familie gibt es einige ausgesprochen mächtige Frauen und Männer, mit Kenntnissen und Kräften, die den meisten Sterblichen fremd sind, aber eure Macht ist von einer ganz anderen Art, unglaublich stark, dunkel und überdeckt die anderen Kräfte, die euch inne wohnen, eure Haut ist nicht wärmer als das Wetter, eure Aura selbst eine ausgeprägte mir nie zuvor begegnete Mischung aus Frage und Antwort zugleich und eure Augen… Gestern hatten sie das helle grau-grün der flandrischen See, heute das vertraute helle Grau eines nordischen Winterhimmels vor dem Schneefall… Die gleiche Iris wie Thyra oder Brunhild … Meine Frage habe ich gestellt und es liegt allein an euch, wie ihr sie beantwortet: Wer seid ihr wirklich?“ Wieder fixierte er ihn als würde er versuchen in ihm zu lesen. „Jemand namens Freddie wahrscheinlich nicht?“
"Nein Freddie ist mein Name in der Tat nicht. Da hast du recht. Wer ich bin? Ich bin ein Mann der seinem Glauben treu ist, im Moment auf der Suche nach einer neuen Profession ist und gelegentlich gerne kämpft. Eine Frage muss ich allerdings stellen bevor ich forfahre. Bist du dir sicher, dass du noch mehr wissen willst? "
Wieder schlug ein Blitz irgendwo ein und im selben Moment rollte der Donner mit ohrenbetäubendem Knall heran. Erik zuckte zusammen und sprang auf. Er sah nach draußen, versuchte zu erspähen, was in der rabenschwarzen Nacht, die nur von einem gelegentlichen Blitz erleuchtet wurde, vorging. Sorge war in seinem Blick zu erkennen. „Behaltet eure Geheimnisse, Lei…! So hat euch Karl in der Kapelle genannt… Manchmal ist es nicht gut, wenn man zu viel weiß.“ Er deutete zum Fenster. „Was auch immer da draußen los ist, ich muss raus hier.“ Er ging ein paar Schritte in der winzigen hell erleuchteten Fläche, die nicht von Kerzen bedeckt war hin und her und erinnerte dabei an einen Bären, den man in ein winziges Gatter gesteckt hatte aus dem es keine Fluchtmöglichkeit gab. „Ihr solltet von hier verschwinden…Ich kann nicht untätig hier rumsitzen, wenn unsere Leute da draußen in Schwierigkeiten sind und ich will euch nicht gefährden.“
"Geheimnisse brauchen Zeit und im Moment haben wir die nicht. Aber für den Moment reicht es gaube ich wenn ich dir das sage. Ja mein Name ist Leif. Leif Thorson auch wenn ich im Moment nicht so aussehe. Für alles was noch daran hängt sollten wir uns später Zeit nehmen." Der Salubri erhob sich. "Ich will nicht gehen Erik. Zuerst werde ich versuchen diesen Schatten auszutreiben. Sollte es uns dann immer noch geben kannst du gerne deine Rache üben Kind von Vidarr. Aber vorher muss ich sicherstellen das es deiner Mutter gut geht. Denn ein Punkt bei all den Geschichten die du gehört hast ist wahr. Brunhild ist eine enge Freundin von mir und ich werde alles tun um Schäden von ihr abzuwenden."
Wieder verengten sich die Augen des Jungen fragend und Leif konnte erkennen, dass er für einen Moment die Luft anhielt. Er suchte wohl in den Pupillen des Heilers nach einer halbwegs plausiblen Lösung für eine nicht formulierte Frage. Er trat vorsichtig einen Schritt näher, hielt jedoch an einer der Kerzen an. Der Salubri konnte den Schatten von Erik erkennen, der sich vor der Flamme zurückzog und dabei ein seltsames Eigenleben entwickelte. Er atmete tief aus bevor er mit seiner klaren Stimme weitersprach. „Ich habe nicht vor für irgendetwas Rache zu üben. Wie Brunhild bin ich als Kind von Vidarr geboren, aber ich will sie nicht mehr als meine Familie ansehen. Familie… das bedeutet etwas anderes in meiner Vorstellung.“ Er seufzte. „Ihr könnt gern bleiben, aber ich weiß nicht, ob euch der Schatten verschonen wird sobald ich aus dem Kreis heraus trete… vielleicht, denn ihr seid mächtig. Bisher ist es ihm nicht gelungen euch seine Kontrolle aufzuzwingen. Da ähneln wir beide uns wohl… er scheint sich an uns die Zähne auszubeißen und das stachelt ihn an. Aber er wird euch vielleicht so viele Gegner auf den Hals hetzen bis ihr irgendwann niedergeht. Er kennt dabei kein Ende. Vielleicht gelingt es euch zu fliehen...“ Er ging in Gedanken, das konnte Leif erkennen, mit einem raschen Blick auf das besorgniserregende Unwetter draußen, alle Möglichkeiten durch. „Es gibt noch eine andere Alternative: Ihr könnt mich töten, so wie ich es vorgehabt hatte: Dann hat der Spuk ebenfalls ein Ende. Aber ich bin noch hier weil ihr alle, Brunhild, Thyra, Karl und du, freundlicherweise genau das verhindern wolltet.“ Er lächelte kurz dankbar, dann schluckte er und sah auf seine Waffe herab. „Meine Klinge ist scharf und wenn es sein muss, tue ich, was getan werden muss um diesen Dämon zu stoppen. Auch wenn es mein Ende bedeuten würde.“ Er lächelte schwach. „Aber ich würde es gerne verhindern…“ Er deutete nach draußen und die Frustration selbst in dem winzigen Zimmer gefangen zu sein um durch den Lichtschein dem Schattendämon keine Möglichkeit zu geben sich zu befreien, ließ seine Stimme laut werden. „Thyra steckt in Schwierigkeiten und ich könnt wetten, dass auch Karl und Brunhild in diese Probleme verwickelt sind. Ich kann nicht hier in diesem Lichtkreis untätig rumhocken, während ihnen etwas geschieht, verdammt! Thyra ist meine Schwester, Brunhild meine Mutter. Ich will dem Dämon keine Möglichkeit geben zu wüten, aber ich muss etwas tun.“ Er sah verzweifelt aus. „Irgendetwas! Und wenn ich Gefahr laufe dabei dieses Monster frei lassen zu müssen, dann bleibt mir keine Wahl!“
Leif lauschte den Worten von Erik mit Spannung und Aufmerksamkeit. Seine Augen weiteten sich zwischendurch und stellte schließlich eine Frage. "Familie ist Privileg und Bürde zugleich, ich glaube in der Hinsicht sind wir uns einig. Aber wir können dich nicht einfach so hier weglassen. All das könnte ein Teil des Plans sein und selbst wenn nicht..." Er ließ den Satz unbeendet die Möglichkeiten das etwas schief gehen konnte waren praktisch unendlich. “Ich werde gehen.”
Erik trat näher an die Kerzen. „Ich will genauso wenig den Dämon in dieser Stadt wüten lassen wie ihr. Geht ihr, sucht nach den anderen und helft ihnen? Ich hab‘ keine Ahnung, was sich da draußen gerade abspielt, aber was immer es ist, es ist nicht gut! Wenn das Gewitter sich nicht innerhalb von 15 Minuten bessert, werde ich euch folgen.“
Leif nickte." Dann sind wir uns einig. In einer viertel Stunde werden die Kerzen eh runter gebrannt sein, wenn wir nicht mit neuen Kerzen wiederkommen. So oder so spielt es dann keine Rolle mehr, aber auf die Art haben wir vielleicht wenigstens einen Vorsprung." Leif war schon fast aus der Tür getreten bevor er sich noch einmal umdrehte. “Bis dahin mach mit deiner Klinge nichts was nicht umkehrbar ist. Wir werden diesen Dämon auf andere Art und Weise besiegen, dass weiß ich einfach!”