Vampire: Die Maskerade


Eine Welt der Dunkelheit
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 Betreff des Beitrags: Carpe Noctem (Louisa)
BeitragVerfasst: Fr 24. Jun 2022, 20:05 
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Es waren erst eine Woche vergangen, seitdem Louisa, ohne darauf vorbereitet zu sein, eine Reihe von Wahrheiten ins Gesicht blicken musste. Seitdem war es ein wenig ruhiger geworden, allerdings hatte die träge Hitze ihren Griff über die Stadt noch immer nicht aufgegeben. Hinter vorgehaltener Hand konnte man einige besorgte Händler, Bürger und Bauern bereits tuscheln hören. Wie würde wohl die Ernte im Herbst mit dieser anhaltenden Hitze klarkommen? Stimmte es, dass einige Brunnen bereits zu versiegen drohten? All dieser Schwarzmalerei zum Trotz, hatte sich die negative Stimmung in Brügge selbst offenbar noch nicht bemerkbar gemacht. Händler und Waren kamen in die Stadt wie immer und verstopften noch immer die Straßen, ob der niedrigen Kanalstände. Die kainitische Gesellschaft war bei weitem weniger geschäftig dieser Tage. Das Elysium war leer, oder zumindest schienen anwesende und durchreisende Kainiten offenbar wenig Interesse an Zusammenkünften zu haben. Eines Nachts durchbrach jedoch energisches Klopfen die schwüle Nacht, die gerade erst begonnen hatte und ein Bote stand vor der Tür der Brujah. Artig übergab er der „Witwe“ einen Brief und wartete kurz, offenbar in der Hoffnung auf ein Trinkgeld, bevor er sich wieder ohne Umschweife auf den Weg machte. Die Korrespondenz war mit einem blauen Wachssiegel versehen, auf dem Louisa einen Dreizack und eine Erhebung aus mehreren kleinen, Punkten, die entfernt an Sand erinnerte. Der Brief war, recht formell, in Flandrisch verfasst und duftete dezent nach einem Parfum oder exotischen Gewürz, welches die Brujah nicht ganz genau einordnen konnte.

An die verehrte Louisa van de Voort vom Clan der Philosophen,

ich hoffe, ihr habt die Antworten gefunden, die ihr bei unserer letzten Begegnung gesucht habt. Recht unvorhergesehen haben sich ein paar Entwicklungen ergeben, die vielleicht auch Euer Interesse wecken könnten. Daher, solltet ihr es so kurzfristig einrichten können, würde ich mich freuen, Euch morgen um Mitternacht im Drachenkopf treffen zu dürfen.

In der Hoffnung, dass Ihr wohlauf seid,
Theresa Kymena von Haus und Clan Tremere, Bezwingerin der Träume, Regentin von Brügge

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Verfasst: Fr 24. Jun 2022, 20:05 


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 Betreff des Beitrags: Re: Carpe Noctem (Louisa)
BeitragVerfasst: So 26. Jun 2022, 10:15 
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Die Gefahr durch den Hidalgo, der sie entronnen zu sein geglaubt hatte, hatte sich erneut zwischen Louisa und ihre Pläne gedrängt. Des nachts kreisten ihre Gedanken oft um ihren Erzeuger und erforderten all ihre Willenskraft, drohten sie die Brujah doch oft genug zur Gänze zu verschlingen. Des tags hingegen, wenn sie in totenähnlicher Starre lag, marterten grässliche Träume sie, Erinnerungsfetzen, von den jüngsten Ereignissen aus den Tiefen ihrer Seele zurück beschworen, wo sie auf ewig begraben hatten liegen sollen. Und wie in ihrer Starre, so fand sie auch in den wenigen Stunden keine Ruhe, in denen die Dunkelheit einer Kainitin auf Erden zu wandeln erlaubte: Sie nahm die Dinge entschlossen in die Hand, wickelte die Angelegenheit um Odrics Besitz zügig ab und ging daran, den Ghul Vorbereitungen für die Stärkung ihrer Verteidigung treffen zu lassen. Und obwohl sie wusste, dass es ihren Zielen nicht förderlich sein würde, stürzte sie sich sporadische, aber umso wildere Nächte mit ihm. Wann immer die Angst vor ihrem übermächtigen Erzeuger sie zu lähmen drohte, stillte sie die körperlichen Begierden, die sie sich über den Tod hinaus bewahrt hatte, als sei das Lager mit einem Mann zu teilen eine lindernde Wundsalbe auf einer schmerzenden Verbrennung...

...oder, wohl viel her, ein betäubender Mohnsaft, der den Schmerz vorübergehend vergessen ließ. Obwohl ihr Körper in den Stunden der Nacht keine Müdigkeit kannte, fühlte sie sich so ausgelaugt wie die Sterblichen, denen die Abwesenheit der Sonne nur geringe Milderung der brütenden Hitze einbrachte. Erst die Ankunft des Boten riss sie aus dem Taumel zwischen Anspannung, manischer Aktivität und den Stunden der verzweifelten Suche nach Vergessen in Odrics Armen. Nachdem sie ihm ein reichliches Trinkgeld gegeben hatte – tatsächlich achtete sie darauf, dass man der trauernden Witwe nicht nur Mitleid entgegenbrachte, sondern sie auch einen Ruf als angenehme, ehrbare und allseits beliebte, wenn auch zurückgezogen lebende Frau erwarb – erbrach sie das Siegel und überflog die Zeilen der Tremere, wobei ihre Nasenflügel sich ganz leicht weiteten, um den Duft aufzunehmen, der dem Schreiben entstieg. Wohl einer Vierteilstunde lang ging sie unruhig auf und ab, ehe sie sich daran machte, ein Antwortschreiben aufzusetzen und sodann Odric herbeizurufen, damit er es seinerseits einem zuverlässigen Boten anvertraute:

Der Regentin von Brügge, Theresa Kymena von Haus und Clan Tremere

Hochverehrte Dame, es wird mir eine Ehre sein, Eurer Einladung zu folgen. Ich sehe dem Treffen in freudiger Erwartung entgegen und bin voller Zuversicht, dass es wie auch das letzte zu unser beider Wohl und Zufriedenheit verlaufen wird.

Eure ergebene Dienerin
Louisa Vandevoort

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 Betreff des Beitrags: Re: Carpe Noctem (Louisa)
BeitragVerfasst: Di 28. Jun 2022, 20:22 
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Odric überbrachte die Nachricht gewissenhaft und ohne unnötige Fragen zu stellen. Überhaupt hatte sich Louisas Ghul auch außerhalb des Schlafzimmers inzwischen als verlässlich und gewissenhaft erwiesen, ohne dass dies seine Fähigkeiten als Liebhaber in irgendeiner Weise zu beeinträchtigen schien. Das Blutsband tat sein Übriges, aber Louisa hatte sich einen nützlichen, leidenschaftlichen und vor allem loyalen Diener geschaffen, der nun beinahe ausnahmslos dafür lebte ihre nächtlichen Bedürfnisse zu befriedigen. Die Nacht war weiterhin heiß, auch wenn ein wenig Wind die Dunstglocke, welche sich über die Stadt gelegt hatte, zum ersten Mal ein wenig zu zerreißen schien. Für die heutige Nacht hatte die Brujah keine Verpflichtungen mehr, außer der ihren eigenen Launen nachzugehen und es lag an ihr zu entscheiden, ob sie den Abend noch nutzen wollte, oder lediglich auf ihre morgige Verabredung warten würde.

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 Betreff des Beitrags: Re: Carpe Noctem (Louisa)
BeitragVerfasst: Do 30. Jun 2022, 12:54 
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Angesichts der für sie so erfreulichen Entwicklung Odrics – wie viel davon nun dem Blutband geschuldet sein mochte – geizte die Brujah nicht mit Gunstbeweisen hauptsächlich körperlicher Art, wiewohl sie darauf achtete, dass ihr Diener nicht nachlässig wurde und auch die ihm Untergebenen in strenger Zucht hielt. Da das Lager mit Odric zu teilen allerdings nur einen Teil ihrer eigenen Bedürfnisse stillen konnte, gedachte sie in dieser Nacht dem größten derselben nachzukommen und die unersättliche Gier nach dem Lebenssaft Sterblicher zu befriedigen. Ohne selbst genau zu wissen, wonach sie suchte, nahm sie sich vor, nach etwas ganz besonderem, exquisitem zu suchen. Einem Sinnengenuss, der die Ekstase des Trinkens nochmal vergrößern sollte: ein junger Mensch sollte es sein, gesund, von Lebenskraft und -freude strotzend, ob Mann, Weib oder Kind – wie ein Sterblicher die Schwermut mit einem starken, süßen Wein vertrieb, hoffte Louisa mit einem solchen Mahl die Kälte aus ihren toten Gliedern bannen zu können,für einige Stunden nur, um sich in dieser Zeit ihren Gedanken und Gefühlen an einem stillen Ort hinzugeben und sich treiben zu lassen, ihre Sorgen und Ängste zu vergessen und Bilder all der lustvollen, spannenden oder friedlichen Momente ihrer Existenz heraufzubeschwören. Die Dämonen ihrer Seele sollten einmal, für diese kostbare Zeitspanne, zum Schweigen gebracht werden!

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 Betreff des Beitrags: Re: Carpe Noctem (Louisa)
BeitragVerfasst: Fr 1. Jul 2022, 09:19 
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Brügge war ein Paradies für die nächtlichen Jagden ihrer Art. Hunderte Arbeiter, Händler und Reisende erreichten und verließen die flandrische Metropole jeden Tag. Selbst des Nachts waren Tagelöhner im Schein vom Fackeln manchmal dabei Schiffe zu beladen, um die engen Zeitpläne der Händlerfamilien einzuhalten, oder vergnügten sich in den Schankstuben, Tavernen und Bordellen der Stadt. Während dieser heißen Tage, war das Treiben noch geschäftiger als sonst, da die kühleren Nächte die einzigen Momente waren, um sich ein wenig von der Hitze zu erholen. Louisa selbst hatte beinahe freie Wahl, was das Jagen anging. Mit dem permanenten Aufenthaltsrecht war ihr auch ein umfassendes Jagdrecht zugesprochen worden, was allerdings dahingehend eingeschränkt war, dass die Stille des Blutes gewahrt bleiben musste und kainitische Opfer im Allgemeinen nicht getötet werden durften. Darüber hinaus war es in ein paar Orten grundsätzlich verboten zu jagen, wie im Hospital, dem Beginenhof sowie der Stadtwache und in der Nähe prominenter Handelsfamilien und Würdenträger der Stadt. Allerdings gab es auch mit diesen Einschränkungen mehr als genug Möglichkeiten für eine erfolgreiche Jagd.

(Einen Wurf auf Wahrnehmung gg. 6 bitte)

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 Betreff des Beitrags: Re: Carpe Noctem (Louisa)
BeitragVerfasst: Mo 4. Jul 2022, 18:36 
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Eingedenk der Beschränkungen, denen das Jagdrecht in der Stadt unterlag, lenkte Louise ihre Schritte gemächlich in Richtung der Hafenanlagen. Ein Gelüsten nach dem Ungewöhnlichen ergriff sie, und so beschloss sie auf die Suche nach etwas zu gehen, das sie für gewöhnlich eher mied, erinnerte es sie doch allzu sehr an ihre sterbliche, wenig schillernde Vergangenheit. In jedem Hafen der Welt siedelten sich die Gewerbe an, die dem Seemann vonnöten waren: einfache Schenken und Seilereien, Segelmacher und Herbergen, Zimmerleute und Handelskontore. Und ebenso, unausweichlich, Freudenhäuser und Straßendirnen.

Bevorzugte sie für gewöhnlich Sterbliche aus besseren Verhältnissen und hier jene männlichen Geschlechts, so ließ sie nun die Zungenspitze über ihre Fänge wandern und sog die nächtliche Luft ein, die nach Sünden der einfachen, direkten Art roch. Wie ein Feinschmecker, der des Weins und der Austern überdrüssig ist und einen einfachen, kräftigen Laib Brot begehrt, so kitzelte ihren Gaumen sozusagen die Frage, wie wohl der Lebenssaft eines jungen, kräftigen, sittlich verdorbenen Wesens schmecken würde, dessen Gewerbe Dienern der Kirche ein Grauen – oder bestenfalls ein notwendiges, weil unausrottbares Übel – sein musste:

Wie Galle und Jauche – wovon sie überzeugt gewesen wäre, hätte man sie als fromme Person bezeichnen können? Oder wie ein dunkles, würziges Bier nach dem Genuss edlen, aber allzu süßen Weins?

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 Betreff des Beitrags: Re: Carpe Noctem (Louisa)
BeitragVerfasst: Do 7. Jul 2022, 08:11 
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Olfaktorisch hob sich das Hafenviertel trotz der allgegenwärtigen Präsenz von Wasser in Brügge, ohne Zweifel dennoch ab. Brackige Kanäle, Fisch, Muscheln und Austern lagen hier dick und greifbar in der Luft, beinahe wie Ölfilm, der sich über Wasser gelegt hatte. Dennoch, konnte eine geübte Nase hier auch andere, ja sogar sehr angenehme Gerüche wahrnehmen. Gewürze aus dem Orient, Wolle aus England und Bernstein aus Skandinavien waren auch ein Teil der Schätze, die die Kassen und Geldbeutel so manchen Brügger Bürgers zum Bersten brachten, während der große Kanal, der in Seebrügge endete, auch immer einen Hauch von Salz und Meer ins Landesinnere trug.

Louisa schaute sich um und konnte mit aller Zufriedenheit feststellen, dass sie sich richtig entschieden hatte. Hier am Hafen war noch einiges los und da hier jeder seiner Geschäfte nachging und zu viel Neugier eher eine Sünde darstellte, fiel auch eine einsame Frau nicht sonderlich in den dunklen Gassen auf. Es dauerte nicht lange, bis die scharfen Augen der blonden Frau etwas erspähten, dass ihr Interesse weckte. Ein junger Mann, vielleicht gerade zum Mann geworden, in der schäbigen Kluft eines Arbeiters, der wahrscheinlich auf dem Weg nach Hause war. Er hielt sich ein wenig gebückt, ganz so als wäre er müde und wolle nicht auffallen. Schlagartig fiel der Brujah allerdings die Schönheit und engelsgleiche Unschuld ihrer potenziellen Beute auf. Ein ebenmäßiges Gesicht umrahmt von schwarzem Haar und geformt wie von einem Künstler, mit Ecken und Kanten, die aus Marmor geschlagen schienen. All diese Anmut war verborgen unter dem Schmutz und Schweiß eines langen Arbeitstages und der löchrigen Kleidung. Vielleicht das faszinierendste an diesem jungen Mann waren seine Augen. Zwei glühende, dunkle Kohlenstücke, die scheinbar tief in eine Seele blicken konnten. Noch hatte ihr potenzielles Opfer Louisa noch nicht bemerkt und die Brujah hatte alle Freiheiten, sich ihrem Opfer zu nähren.

Bild

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 Betreff des Beitrags: Re: Carpe Noctem (Louisa)
BeitragVerfasst: Fr 8. Jul 2022, 10:51 
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Wie es ihr dank der übermenschlichen Verfeinerung ihrer Sinne inzwischen zur Gewohnheit geworden war, schwelgte die Brujah für eine ganze Weile in Gerüchen, Geräuschen, sogar dem gelegentlichen leichten Zupfen eines Luftzugs an ihrer Kleidung. Ohne ein bestimmtes Ziel im Hafenviertel anzusteuern, schlenderte sie müßig umher und beobachtete das Treiben, mit ihren Augen das schummrige Licht der nächtlichen Beleuchtung durchdringend. Als sie schließlich den jungen Adonis erblickte, atmete sie langsam aus. Ein erfreutes Funkeln trat in die Augen der Kainitin, während sie ihre Zunge wiederum an den spitzen Eckzähnen wetzte. Nachdem sie den jungen Mann eine Zeit lang im Auge behalten hatte – bereits dies schon ein Genuss, der die Vorfreude nur vergrößerte – holte sie ein eigens zu diesem Zweck mitgebrachtes Schultertuch hervor, das sie in einer dunklen Ecke umlegte. Die gelbe Farbe des Tuchs würde deutlich erkennbar sein, solange sie sich im Schein einer Laterne oder Kerze aufhielt, und damit jedem Mensch mit Augen im Kopf verraten, dass er es mit einer berufsmäßigen Dirne zu tun hatte, der ein gelbes Kleidungsstück vorgeschrieben war, um sie von ehrbaren Weibspersonen zu unterscheiden. Ihre Schürze hingegen, Privileg erwachsener Bürgersfrauen tadellosen Rufs, legte sie ab.

Solchermaßen dank der strengen Kleidervorschriften mit einfachen Mitteln verwandelt begab sie sich auf die Jagd. Es fiel Louisa nicht schwer, dem jungen Mann ein strahlendes und äußerst vielversprechendes Lächeln zuzuwerfen, als sie sich ihm mit langsam Schritten näherte, sich leicht in den Hüften wiegend. "Du siehst müde aus, schöner Jüngling" sprach sie ihn mit leisem Schnurren in der Stimme an und ließ ihren Blick ungeniert an ihm auf und ab gleiten. "Ich könnte dich die Mühsal deines Tages vergessen lassen, wenn du es mir erlaubst" bot sie an und präsentierte sich im Profil, ihm über ihre Schulter zuzwinkernd. "Ich würde mich auch mit wenigen Münzen zufriedengeben – einen Mann, der mit einem so ansehnlichen Körper gesegnet ist, sieht man nicht oft! Wie wäre es? Komm mit mir, und ich erfülle dir heute Nacht alle deine Wünsche..." Sie näherte sich ihm, bis ihre Röcke um seine Beine strichen, und fasste behutsam nach seiner Hand, um sie zu streicheln. "Wie kräftig du bist..! Und dennoch verspreche ich dir, dass du in einen Schlaf der Erschöpfung sinken wirst, wenn du alles genossen hast, was ich dir bieten kann – zufriedene Erschöpfung, denn was dich plagt, soll heute Nacht vergessen sein, mein schöner Jüngling! Du wirst es nicht bereuen, und hast du ein Weib, so wird sie nichts davon erfahren, denn ich verstehe zu schweigen und meinen Mund zu... schöneren Dingen zu verwenden" versprach sie und drängte sich noch dichter gegen ihn.

Es kitzelte sie die Lust, diesen Sterblichen ohne jeden Zwang, ohne Gewalt zu erobern. Und wenn ihr dies gelänge, so gedachte sie ihm in der Tat eine Nacht zu bereiten, die ihm im Nachhinein wie ein wundervoller Traum erscheinen sollte.

[An dieser Stelle würde sie auch Presence 1 einsetzen, um seine volle Aufmerksamkeit zu haben.]

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 Betreff des Beitrags: Re: Carpe Noctem (Louisa)
BeitragVerfasst: So 10. Jul 2022, 21:05 
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Zuerst zuckte der junge Mann zusammen als hätte man ihn geschlagen. Erst als er die blonde Frau erspähte, die offensichtlich eine Dirne war, beruhigte sich Louisas Opfer wieder, während er sich nervös umschaute. Alles schien genau nach Plan zu verlaufen und auch wenn Louisa gerade nicht in der Lage war, die übernatürliche Ehrfurcht zu projizieren, die das Geburtsrecht ihrer Linie war, schien das ihrem Erfolg keinen Abbruch zu tun. Der dunkelhaarige Mann schluckte nur schwer und wirkte nach wie vor eingeschüchtert. Lediglich die schöne Erscheinung der Brujah und ihre wohl gewählten Worte, schienen ihn davon abzuhalten sofort die Flucht zu ergreifen. Ein quälend langer Moment passierte gar nichts und schließlich griff der Junge in seine schäbige Kleidung und hielt Louisa zwei abgegriffene Münzen hin. Es war nicht mehr als der mickrige Verdienst eines Tagelöhners, vielleicht gerade genug, um ein Laib Brot und Bier zu kaufen. Die Worte, die diese Geste begleiteten, kamen leise und schüchtern daher. „Ich habe nicht viel…“

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 Betreff des Beitrags: Re: Carpe Noctem (Louisa)
BeitragVerfasst: Mo 11. Jul 2022, 14:10 
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Die Schüchternheit des Jungen hatte etwas Anziehendes, das die Brujah schmunzeln ließ. Sie schloss seine Finger behutsam um die dürftigen Münzen und flüsterte ihm ins Ohr: "Du hast mehr als genug, mein Schöner... vergiss das Geld und komm mit mir." Das mutwillige Funkeln in ihren Augen wäre anderen Kainiten der Stadt wohl mittlerweile vertraut gewesen. Langsam hob sie ihre Hand, legte sie ihm an die Wange und ließ sie über die feinen Linien gleiten, die sich unter allem Schmutz abzeichneten. "Lass uns einfach so tun, als wärest du der Jüngling aus dem Märchen, der das Glück findet, und ich die gute Fee, die es dir schenkt" schlug sie vor.

Dann ließ sie ihre Finger zwischen seine gleiten und suchte ihn sanft aber mit einem gewissen Nachdruck mit sich zu ziehen. "Ich kann dir Glück schenken, glaube mir..." Sie war keine überdurchschnittlich zartfühlende Frau, solange es nicht um Kinder ging, doch der mickrige Arbeitslohn eines Tagelöhners bedeutete für sie so gut wie nichts – für Weib und Kinder, die auf den Mann warten mochten, konnten sie einen Tag des Hungerns in einen mit einer anständigen Mahlzeit wandeln. Und sie wollte dem Jüngling nichts böses, denn ein Verdienst konnte er in Louisas Augen für sich beanspruchen: das, schön wie eine junge Maid zu sein – und ebenso unschuldig womöglich auch – und nach Schönheit stand ihr der Sinn.

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